Mainz Media Forum: Social Media Verbot – und dann? Zu neuen Entwicklungen im Jugendmedienschutz
Im Dezember 2025 wurde in Australien den Social Media Plattformen verboten, Accounts von unter 16-jährigen zuzulassen. Dies hat auch in Europa dazu geführt, dass sich immer mehr Staaten mit vergleichbaren Vorschlägen befassen. Auch in der deutschen Politik wird die Idee intensiv diskutiert. Immer mehr und immer jüngere Menschen nutzen Soziale Medien immer intensiver und sind so sowohl den klassisch inhaltsbezogenen Risiken durch Drittinhalte, als auch anderen, insbesondere den Plattformen immanenten Nutzungsrisiken ausgesetzt. Dennoch besteht im Hinblick auf die Verbotsdebatte Skepsis: Würde ein Verbot die digitale Teilhabe junger Menschen nicht übermäßig belasten und so ihrer Medienkompetenz schaden? Und bestehen in der EU neben Art. 28 DSA überhaupt hinreichende nationale Spielräume für entsprechende Regelungen?
Die Debatte um sinnvollen Jugendschutz im Internet beschränkt sich aber nicht auf den Umgang mit Sozialen Medien. Bis heute ist das Problem offen zugänglicher Porno-Plattformen ungelöst. Diesbezügliche mitgliedstaatliche Maßnahmen kommen angesichts vollharmonisierender Regelungen des DSA und im Übrigen des Herkunftslandprinzips, so hat es jedenfalls kürzlich das VG Neustadt entschieden, nicht in Betracht. Dass auch die EU-Kommission untätig geblieben ist, wirft zunehmend die Frage auf, ob und inwieweit die bestehenden Strukturen die Voraussetzungen für einen konsequenten Jugendmedienschutz überhaupt gewährleisten.
Vorträge:
Dr. Annika Baumann, Forschungsgruppenleiterin am Weizenbaum Institut Berlin
Prof. Dr. Marc Liesching, Professor für Medienrecht und Medientheorie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig
Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)
Im Anschluss an die Vorträge gibt es Gelegenheit zu Fragen und Diskussion.
Termin:
Montag, 13. Juli 2026 um 18:00 Uhr
Die Veranstaltung wird als Online-Video-Konferenz durchgeführt.
Die Zugangsdaten erhalten Sie in einer separaten E-Mail.
Wir bitten daher um Anmeldung bis zum 06.07.2026 an:
anmeldung@mainzer-medieninstitut.de
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